Beschreibung
Siebdruck in 10 Farben und 7 Metallprägungen, erschienen 1969, Blatt 76 x 56 cm, 250 Exemplare, signiert und nummeriert, im Vergolder-Ausstellungsrahmen mit Museumsglas,103 x 85 cm
Hundertwasser hatte 1968 in Palermo einen Frachter, die San Giuseppe I, gekauft, die bereits sechzig Jahre lang Salz und Sand zwischen Afrika und Frankreich transportiert hatte. Er absolvierte dort während eines zweimonatigen Aufenthaltes einen entsprechenden Kurs, erwarb ein Kapitänspatent und führte den Einmaster an der dalmatinischen Küste entlang über Split und die Insel Krk bis nach Venedig. In verschiedenen Werften wurde dieser in vier Jahren zu einem zweimastigen hochseetüchtigen Segelschiff umgebaut.
Mit dem Schiff machte Hundertwasser frühe Wünsche und Sehnsüchte wahr, in weiten Reisen sein Fernweh zu stillen: »Ich habe mein Schiff so gebaut, wie ein Haus sein müsste: lebendig, und zum Lebendigsein gehören Farben. Grau ist der Tod. Wir haben eine graue Zivilisation, eine Zivilisation, die vom Tode gezeichnet ist, eine sterbende Zivilisation. Ich möchte nicht mitsterben, deswegen bin ich Maler geworden.«
Als Alberto della Vecchia dieses Blatt in Angrift nahm, lag die Regentag am Trockendock vor der Ca Vallesina, wo Hundertwasser die Arbeit an den Folien beendete, die er bereits in Mendocino in Kalifornien begonnen hatte; dort hatte er 1968 den amerikanischen Galeristen Felix Landau kennengelernt, der nach dem grossen Erfolg der Berkeley-Ausstellung dieses Blatt bestellte.
Auszug aus „Friedensreich Hundertwasser – Das vollständige druckgraphische Werk 1951-1986“ – Verlag Orell Füssli



