Die Araberin | Hundertwasser

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Artikelnummer: 22-013 Kategorien: , Schlagwort:

Beschreibung

Lithographie von 4 Steinen in Ziegelrot, dunklem Chromoxydgrün, Sepiabraun und Blau-Violett-Rot, erschienen 1955, HWG-Nr. 13,

Blatt: 50 x 38 cm, auf 100 Ex. limitiert, signiert und nummeriert, im Vergolderrahmen mit Museumsglas, 80 x 68 cm.

› Vergessen wir nie die Rolle der Galerie Paul Facchetti, Paris, die in diesem großartigen Abenteuer der Entdeckung, Ermutigung und Förderung des Oeuvres von Hundertwasser als Wegbereiter gespielt hat. 1953 war der Künstler von der Galerie in deren Betreuung aufgenommen worden. Dort fand die erste Ausstellung statt, begleitet von einem ersten Katalog, zu dem der  angesehene Kunstkritiker Julien Alvard ein Vorwort verfasste: „Dieses Werk ist ein wildes Zählen, es ist der Gipfel der Aufzählung. Die Ozeandampfer sind Bullaugenberichte, die Städte hyperbolische Pläne, die Familienporträts Hekatomben. Es erfordert große Ernsthaftigkeit, die Ironie eines solchen Unterfangens zu zeigen. Und viel moralisches Gespür, es zu würdigen. Doch diese Ernsthaftigkeit wird als Wahnsinn gewertet, dieser Wahnsinn als Berechnung, diese Berechnung als Vorsatz. Das alles spricht für ihn. In jedem Teufelskreis steckt eine Mechanik, und dieser hier hat einen ganz besonderen Karussellcharakter.“

Noch lässt der Erfolg auf sich warten, doch scheint mit diesen ersten Schritten über die engeren Grenzen hinaus der Weg richtig eingeschlagen. Im September 1954 wird Hundertwasser von einer ernsten Erkrankung zurückgeworfen und findet sich mit einer schweren Gelbsucht im Ospedale di Santo Spirito in Rom wieder, wo er eine Fülle von Aquarellen malt und mit der Anlage eines Oeuvrekataloges beginnt.

Gustav Kurt Beck tritt in der Folge an Hundertwasser mit dem Vorschlag heran, eine weitere Graphik zu machen. Die Arta in Zürich wird als Verleger gewonnen, und Hundertwasser zeichnet nun – 1955 – drei Steine für die Lithographie nach seinem 1951 gemalten Aquarell. Wenn ich eine Negerin hätte, würde ich sie lieben und malen, das schon im Wiener Art Club ausgestellt gewesen war. Zwar hält er sich einigermaßen an das seinerzeit in Erinnerung an den Aufenthalt in Nordatrika auf einer einsamen steirischen Almhütte gemalte Bild, doch ändert er Entscheidendes, wie etwa das Häusergewirr im Hintergrund des Kopfes und vor allem die Farben. Aus der Negerin wird eine Araberin, ein Blatt besonderer Intensität und farbiger Leuchtkraft, Hundertwassers erste Lithographie.

Auszug aus „Friedensreich Hundertwasser – Das vollständige druckgraphische Werk 1951-1986“ – Verlag Orell Füssli