Informationen zum Künstler
Friedensreich Hundertwasser (1928 – 2000)
… war Maler, Architekt und Ökologe und einer der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten.
1928 als Friedrich Stauwasser in Wien geboren und 2000 an Bord der „Queen Elizabeth 2“ bei Neuseeland gestorben, studierte von 1948–49 kurzzeitig an der Wiener Akademie. Seine Kunst entwickelte er unter dem Einfluss von Paul Klee und Gustav Klimt, sowie zahlreichen Reisen und Auslandsaufenthalten weitestgehend als Autodidakt. Er schuf eine Farbenwelt von labyrinthischen Geheimnissen und trug Farbe mit größerem Glanz kühn und einfühlsam auf. Er war Maler, Zeichner, Graphiker, Plastiker, Architekt, Entwerfer, Philosoph und Umweltaktivist und nannte sich auch „Friedensreich Regentag“ oder „Dunkelbunt Hundertwasser“.
Seine Botschaft eines Lebens im Einklang mit den Naturgesetzen und sein Streben nach einer individuellen künstlerischen Gestaltung aller Lebensbereiche bildeten die Kernpunkte seines Schaffens. Sein Anliegen war es, die Schöpfung der Natur mit der Schöpfung des Menschen wieder zu vereinen und der verborgenen Sehnsucht der Menschen nach Vielfalt und Schönheit in Harmonie mit der Natur zu ihrem Recht zu verhelfen.
Hundertwasser zählt auf Grund seiner ganz eigenen Formensprache zu den größten, weltweit bekanntesten Künstlern.
Seine Kunst war gegen die eintönige, von bloßer Ratio durchdrungene, verwaltete Lebenswirklichkeit gerichtet. An die Stelle gerader Linien, die er als „geometrisiert“ bezeichnete, setzte er natürliche Formen; das allgegenwärtige Grau ersetzte er durch kraftvolle und leuchtende Farben bis hin zum glänzenden Gold. Kunst hatte für Hundertwasser immer mit individueller Kreativität zu tun. Der seriellen Großproduktion jeglichen Dings stand er genauso skeptisch, ja feindlich gegenüber wie der rein funktionellen Architektur. Er war überzeugt, dass sich seine Ideen und Entwürfe nur in handwerklicher Arbeit in ihrer ganzen harmonischen Schönheit umsetzen ließen.
Das künstlerische Schaffen Hundertwassers setzt sich aus Malerei, Grafik, angewandter Kunst, Architektur und Ökologie zusammen und bildet damit ein wahres Gesamtkunstwerk.
Insbesondere in seinen malerischen und grafischen Bildwelten wird seine auf Mensch und Natur bezogenen Lebens- und Kunstwelt anschaulich. Hundertwassers Überzeugung war, dass Kunst „etwas Religiöses“, die gerade Linie aber „gottlos“ sei, weil sie „die einzige Linie [sei], die dem Menschen als Ebenbild Gottes nicht [entspräche]“, hat ihn über die Kunst- und Architekturwelt hinaus bekannt gemacht. Gerade Linien erblickt man nirgends, weder in seinen Bildern noch in seinen Bauten. Seine einzigartige Architektursprache zeugt darüber hinaus von innovativen, spirituellen aber auch gesellschaftlichen und ökologischen Ansätzen, die ihrer Zeit stellenweise weit voraus waren.
Hundertwasser beherrschte und erneuerte viele graphische Techniken: Lithographie, Siebdruck, Radierung, Farbholzschnitt und andere. Er war einer der ersten, der eine völlige Transparenz der Technik, der Entstehungsdaten und Auflage für jedes einzelne Blatt gefordert und eingehalten hat.
Hundertwasser hat keine hohe Auflagen von ein- und derselben Graphik geschaffen. Seine Graphikauflagen bestehen aus mehreren Farbversionen und Varianten, die nicht separat nummeriert sind, sondern durch die gesamte Auflage durchnummeriert wurden. Sein Ziel war es, lauter Unikate in der Kunst der Graphik herzustellen und damit die Maschine zu überlisten.
Hundertwasser war stets darauf bedacht, auf den graphischen Blättern selbst genaue Werkangaben zu machen, um zu einer möglichst lückenlosen Offenlegung der Techniken und Entstehungsdaten des Werkes zu gelangen.
Schon sehr früh forderte er, dass Kunst die Welt verändern solle und in den Alltag der Menschen eindringen solle. „Ich will den Menschen Dinge geben, die schön und brauchbar sind, die für sie etwas bedeuten und sie bereichern.“ Daher wandte er sich später intensiv der „angewandten“ Kunst zu und entwarf Alltagsgegenstände wie Bucheinbände, Gläser, Tassen, Briefmarken und sogar ganze Häuser.
Zahlreiche Reisen und Auslandaufenthalte prägten seine Kunst: 1949 nach Italien, 1950 in Paris, 1951 Aufenthalte in Marokko, Tunesien, Sizilien und auf der Bürgeralm bei Aflenz in der Steiermark, ab 1957 eigenes Bauernhaus in der Normandie, 1960–61 Japanaufenthalt, ab 1964 Zweitwohnsitz im niederösterreichischen Waldviertel sowie Erwerb und Umbau eines ehemaligen Salzfrachters zum Wohnschiff „Regentag“. Ab 1972 entwarf er Plakate für die XX. Olympischen Sommerspiele und Postwertzeichen. 1981 wurde er zum Professor an die Akademie der Bildenden Künste Wien berufen, 1982 gestaltete er die Fassade der Rosenthal-Fabrik in Selb und in der Folge zahlreiche bedeutende Architekturprojekte in Deutschland, Österreich, den USA, Japan, Neuseeland und der Schweiz. Seine Werke wurden auf zahlreichen Ausstellungen, u.a. in Mailand, Paris, Wien, die Biennale Venedig und die documenta III in Kassel gezeigt.
Hundertwasser erhielt zahlreiche Ehrungen wie 1980 den Großen Österreichischer Staatspreis für Bildende Kunst und 1988 das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien.
